Monday 24. September 2018

Pastorales Forum
wissenschaftliche Erforschung der religiös-kirchlichen Lage in den ehedem kommunistischen Staaten Ost- und Mitteleuropas.
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Kohlmaier gegen Kohlmaier. Mit einer Replik Kohlmaiers.

"Es gibt den interessanten Zweig der Mundanastrologie, der sich mit weltweit wirkenden Konstellationen befasst. Dazu ein anschauliches Beispiel. Am 30. Jänner 1933 ergreift Hitler endgültig die Macht; Reichspräsident Hindenburg ernennt ihn zum Kanzler.... Herbert Kohlmaier, Schwebende Wirklichkeit. Esoterik und Christentum - ein Widerspruch? Wien 2001.

Nachruf auf das IKS.

Eine kulturelle Barbarei.

13. Juni 2001, 15.30. Die Firma S. am Südbahnhof übernimmt von der Spedition S. vier Autoladungen datengeschützte Ware. Den Auftrag für den Transport hat die, Häuserverwaltung M. erteilt. Diese lässt wegen ausstehender Mietzahlungen mit einem Gerichtsbeschluss die Wohnung Grillparzerstraße 5/2 räumen. Das angelieferte Gut wird gewogen. Die Nummer von drei der vier Wiegescheine: 45612, 45634 und 45677 – der vierte Wiegeschein ist noch im Lastwagen. Das Material wird umgehend gepresst und zur Weiterverarbeitung in Graupapier in die zuständige Fabrik gebracht.

Der Inhalt der Lieferung: Die gesamte Bibliothek des IKS samt aller langjähriger Forschungsunterlagen. Monatelang hatte ich mich beim Verein Institut für kirchliche Sozialforschung (Obmann Univ. Prof. Dr. Klaus Zapotoczky Linz) bemüht, die Bibliothek für die Universität Wien zu erhalten. Sie sollte als Erzbischof-Jachym-Bibliothek in die katholisch-theologische Fakultätsbibliothek implementiert werden. Es gab auch bereits Verhandlungen, dem schwer verschuldeten Verein im Gegenzug zu den Büchern Mittel zur Schuldentilgung zur Verfügung zu stellen. Noch in der Sitzung des Wiener Priesterrates am 7.Juni 2001 bitte ich den Rechtsvertreter der Erzdiözese Wien Dr. Ehn, mir möglichst rasch ein Schreiben zukommen zu lassen, das mir die technische Übernahme der Bibliothek möglich machen sollte. Eine ähnliche Bitte an Prof. Zapotoczky, mich durch ein Schreiben handlungsfähig zu machen, blieb vergeblich. Erst am 18.6. sandte er mir ein FAX mit der „großen Bitte“ – wörtlich: „die Unterlagen des IKS und die Bibliothek des IKS doch noch für die Forschung zu retten. Bitte ruf die Hausverwaltung an... Die Hausverwaltung ist dabei, die Wohnung zu räumen.“ Umgehend rufe ich an, und erfahre von der schon eine Woche zuvor „erfolgreich“ durchgeführten Räumung und damit der unwiederbringlichen Vernichtung des gesamten Bestands. Das IKS stirbt einen zweiten, nunmehr endgültigen Tod.

Der erste Tod war die Schließung der Forschungseinrichtung durch die Bischofskonferenz. 1952 hatte Erzbischof Franz Jachym den holländischen Professor G. H. L. Zeegers gebeten, in Wien ein kirchliches Sozialforschungsinstitut aufzubauen Dieses wurde dann unter Kardinal Franz König zum kirchlichen Institut nach kanonischem Recht mit dem Namen „Institut für kirchliche Sozialforschung“ ausgebaut. Es hatte nur wenige Leiter. Auf Erich Bodzenta folgte Hugo Bogensberger, der das Institut bis zu seiner Pensionierung leitete.

Die Vernichtung aller Datenbestände, Forschungsberichte samt der Bibliothek, die seit 1952 aufgebaut wurde und in die Millionen von Kirchensteuergeldern investiert worden ist, löst in mir Trauer und Wut in einem aus. Sichtbar wird das notorische Desinteresse kirchlicher Kreise nicht nur an solider empirischer Grundlagenforschung, sondern auch der dilettantische Umgang mit kircheneigenem Vermögen. Statutengemäß wäre das Eigentum des IKS an die Erzdiözese Wien gegangen. Faktisch aber wurde es einem „Ein-Mann-Nachfolge-Verein“ unter dem Vereinsobmann Klaus Zapotoczky überlassen. Immer deutlicher wurde, dass er überfordert war, mit dem „Erbe“ umzugehen. Dass dennoch von der zuständigen Kirchenleitung dem Verein ohne Kontrolle ein derart wertvolles Material anvertraut wurde, muss rückwirkend als fahrlässig erscheinen. Im Grund demonstrierte die Kirchenleitung ihr notorisches Desinteresse an der langjährigen Geschichte des auch international renommierten Instituts. Fatale Führungsschwäche zeigt sich.

Ein schiefes Licht fällt auf die an dieser Räumung Beteiligten. Laut Auskunft der Hausverwaltung wurde von einem „Sachverständigen“ die Bibliothek als wertlos eingeschätzt und zur Entsorgung freigegeben. Dass die Bücher nicht gelagert wurden, wie bei sonstigen Räumungen üblich, lässt vermuten, dass man die Kosten dafür sparen wollte. Zudem liegt die Universität Wien eine Straße weiter. Weder die Hausverwaltung, noch der „Sachverständige“ sind auf den Gedanken gekommen, sich durch Fachleute, die von der Sache auch wirklich etwas verstehen, sagen zu lassen, was diese Bibliothek in Wahrheit wert ist: von den unwiderruflich verlorenen Datenbändern der Forschung eines halben Jahrhunderts (!) ganz zu schweigen. Kulturbarbarei und Wissenschaftsignoranz ist ein milder Ausdruck für das, was da geschehen ist.

IKS requiescat in pace.

 

Ins Schwarze getroffen

Wird ein Weihbischof ein Bischof, dann stellen sich drei Fragen: Was heißt es für die Diözese, in die er bestellt wird, was folgt daraus für die Diözese, die er verläßt und schließlich was bedeutet es für die Bischofskonferenz und damit für die Kirche in Österreich.

Lax oder rigoros

Nicht nur der Erzbischof von Salzburg steckt in einem Dilemma. Auf der einen Seite sind die Taufe, die Firmung, die Trauung, Sakramente christlichen Glaubens. Auf der anderen Seite bestärken uns Forschungen im Verdacht, dass viele Kirchenmitglieder zwar Katholiken, ... (Die Presse 18.5.2001, Gastkommentar)

Sozialverträgliches Frühableben

Es geschieht im Namen der Menschlichkeit. Leidende sollen "von ihren Leiden erlöst" werden. Um Leid zu beseitigen, werden Leidende beseitigt. Viele halten das für ein Moment an der menschlichen Freiheit...

Dialog der Vertiefung

Die 68er, so Kardinal Schönborn dieser Tage in Frankfurt, gingen zu Ende. Die nachwachsende Generation sei eine andere. Sie brauche für sich und fordere daher von der Kirche felsenfeste Sicherheit.

Der begeisterte Selbstmord

Es war Anfang dieses Jahres. Die Österreichischen Bischöfe hatten gerade in ihrer ersten Sitzung des neuen Jahres einstimmig brüderlichen Frieden vereinbart. Was es nicht gab, wurde durch einen Machtspruch geschaffen: Harmonie. Wirklichkeit wurde konstruiert. ...
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» Zeitworte

Für Hans.

Am 8. September  2011 verstarb 77jährig mein Bruder Hans (Johannes Zulehner). Er verbrachte sein Leben mit einer starken Behinderung. Hier die Predigt bei der Bestattung am 24.9.2011 in St. Thomas.

» Vorträge

Bensberg, 21.9.2018: Bleiben. Oder gehen? | MP4

Hannover, 19.9.2018: Spirituelle Suchbewegungen in säkularen Kulturen | Teil 1 (atheisierend) | Teil 2 (pragmatisch) | Teil 3 (christgläubig) | PDF | Arbeitsblätter

Wernberg, 15.9.2018: Vertraute Wege neu entdecken. 50 Jahre Cursillo in Kärnten.

Teil 1: Zur Situation | Teil 2: Orientierung am Evangelium | PDF beider Teile

St. Andrä am Zicksee, 7.9.2018: Das Kloster Maria Schutz ist ein Segen für die Region | MP4

Gampern, 6.8.2019: Unterwegs in eine neue Ära der Kirch | MP4

Dechantskirchen, 29.6.2018: Landpfarre ohne Pfarrer | MP4

Lambach, 23.6.2018: 70 Jahre KMB Oberösterreich - Zukunft der Kirche, Zukunft der Männer

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Vaduz, 17.6.2018: Unterwegs in eine neue Ära der Kirche | MP4

Laab, 24.5.2018: Als Christ menschlich handeln MP4 | PDF

Heiligkreuztal, 5.5.2018: Habt Vertrauen! Christsein in bewegten Zeiten! MP4 | PDF

Reutlingen, 23.4.2018: Unterwegs in eine neue Ära der Kirche. MP4

Burghausen, 17.3.2018, Diözesanrat Passau: Neue Schläuche für jungen Wein MP4 | PDF

Bozen, 26.2.2018: Grenzenlos solidarisch handeln|  MP4

Bensberg, 22.1.2018: Spirituelle Suche in säkularen Kulturen | MP4

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emerit. Univ Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehner, Kramer-Glöckner-Straße 36, 1130 Wien, Österreich
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