Tuesday 13. November 2018

Pastorales Forum
wissenschaftliche Erforschung der religiös-kirchlichen Lage in den ehedem kommunistischen Staaten Ost- und Mitteleuropas.
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Lobby für Kinder
Kinder in die Mitte stellen und willkommen heissen.
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Das Kreuz mit dem Kreuz.

Kommentar in Tygodnik Powszechny zum Kreuzurteil des EUG für Menschenrechte.
Das „Kreuz-Urteil“ des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs ist Ausdruck eines Ringens um die Auslegung des Begriffs „Religionsfreiheit“ und darum, wie sie politisch zu gestalten ist. Es gibt zwei Wege. Der erste ist der Weg einer „negativen Religionsfreiheit“: sie beruht darauf, dass in der Öffentlichkeit nichts vorkommen darf, was mit der Religion zu tun hat, darunter religiöse Symbole. Dies betrifft übrigens alle Religionen – egal, ob Christentum oder den Islam. Das andere Konzept der Religionsfreiheit sehe ich als eine „positive Religionsfreiheit“: danach haben Religionen das Recht, sich frei im gesellschaftlichen Leben darzustellen und sichtbar zu machen. Das Urteil des Menschenrechtsgerichtshofs in Strassburg ist auf dem Konzept der negativen Religionsfreiheit begründet. Sollte man konsequent die Spur dieses Konzepts verfolgen, würde man letztlich die Religionsfreiheit vernichten. Denn es verlangt, dass gar keine Religion im öffentlichen Raum vorkommen darf – ausser der „Religion der laïcité“. Dieser Begriff ist auf Frankreich zurückzuführen, wo die Religion aus der Öffentlichkeit längst verdrängt und eine Art „Staatsreligion“ (unter dem Namen „laïcité“) eingeführt wurde. Ich nenne das Religion, denn der atheistische Humanismus ist auch eine Weltanschauung wie Religionen. Um konsequent zu sein, dürfte dann niemand auch im Namen des Atheismus öffentlich auftreten. Das wäre unlogisch. Und so gesehen, ist das nicht eine Religionsfreiheit, sondern eine Art negatives Religionsmonopol des Staates, in dem der Sinn der Religionsfreiheit verloren geht. Obwohl also das „Kreuz-Urteil“ im Namen der Religionsfreiheit gesprochen wurde, schützt es die Religionsfreiheit nicht, sondern macht sie unmöglich. Ich bin überzeugt, dass dieses Urteil keinen Bestand haben wird. Italien hat angekündigt, dagegen Einspruch zu erheben und es wird sicherlich Erfolg haben. Dabei betrifft das Problem andere Länder, auch Österreich, wo durch das Konkordat versichert wird, dass Kreuze in Klassenzimmern hängen können und dass die religiöse Erziehung zu dem Grundgesetz der Schule gehört. Länder wie Österreich müssten, um solch einem Urteil gerecht zu werden – sollte es eines Tages im falle Österreich gesprochen werden – ihre Verfassungen ändern. Davon abgesehen, dass das politisch nicht machbar wäre, würde das Europa nur schaden, dessen Geschichte durch das Christentum geprägt ist. Man müsste nicht nur viele Symbole im öffentlichen Leben entfernen. Zugespitzt: man dürfte sogar keine Bücher lesen, wo religiöse Motive vorhanden sind, keinen Schiller, keinen Goethe. Das Christentum ist in einer dichten Art und Weise nicht nur in Symbolen präsent, sondern auch in Kultur und im Alltag. Der Mensch in Europa kommt immer wieder mit dem Christentum in Berührung. Das ist unvermeidbar. Sollte dieses Urteil nicht revidiert werden, würde Europa seine Kultur verraten. Denn das ist auch ein Kultur-, nicht nur ein Religionsproblem. In Europa ist langfristig nur eine „positive Religionsfreiheit“ möglich. Es sei denn, jemand will eine totalitäre Staatsreligion, die „laïcité“ heisst.
» Zeitworte

Für Hans.

Am 8. September  2011 verstarb 77jährig mein Bruder Hans (Johannes Zulehner). Er verbrachte sein Leben mit einer starken Behinderung. Hier die Predigt bei der Bestattung am 24.9.2011 in St. Thomas.

» Vorträge

Frankfurt-Kolping 9./10.11.2019: Christ - quo vadis? MP4

Fulda, 8.11./Hirsau, 7.11.2018: Auslaufmodell: Wohin führt Papst Franziskus unsere Kirche? / Ich träume von einer Kirche als Mutter und Hirtin | MP4

Herrenberg, 6.11.2018: Neue Schläuche für neuen Wein (Dekanatskonferenz) | MP4 | PDF

Puchberg, 22.10.2018: Für Religionslehrende - Neue Ära (Papst Franziskus) | MP4 | nur PPTx (Cartoons für Unterricht)

Tainach, 13.10.2018: Jesus der Tanzmeister | MP4 (Vortrag) | Der Spielmann Jesus (PDF)|

Tainach, 12.20.2018: Christus-Orpheus und seine Lyra. Eine bewegende Kirchenvision | MP4 (Anfang nachträglich ergänzt)

Salzburg-Taxham, 10.10.2018: 50 Jahre Pfarrkirche Taxham - Wie kann die Pfarre zukunftsfähig bleiben? MP4

Gersthof, 6.10.2018: Im Rahmen oder den Rahmen reformieren. Zur Zukunft einer konkreten Pfarre (Gersthof) MP4

Gars am Inn, 5.10.2018: Auslaufmodell - Wohin steuert Papst Franziskus unsere Kirche? | MP4 (Vortrag) | PPTX (für Religionslehrende)

Weingarten, 4.10.2018: Ein Segen sollst Du sein (zu Gen 12,2)

Kirche als Biotop des Vertrauens in Kulturen der Angst MP4

Brenne ich für die Jesusbewegung? MP4

Zwei zukunftsfähige Kirchengestalten MP4

Schwanenstadt, 27.90.2018: Eine neue Ära: Wohin Papst Franziskus uns als Kirche führt | MP4

Bensberg, 21.9.2018: Bleiben. Oder gehen? | MP4

Hannover, 19.9.2018: Spirituelle Suchbewegungen in säkularen Kulturen | Teil 1 (atheisierend) | Teil 2 (pragmatisch) | Teil 3 (christgläubig) | PDF | Arbeitsblätter

Wernberg, 15.9.2018: Vertraute Wege neu entdecken. 50 Jahre Cursillo in Kärnten.

Teil 1: Zur Situation | Teil 2: Orientierung am Evangelium | PDF beider Teile

St. Andrä am Zicksee, 7.9.2018: Das Kloster Maria Schutz ist ein Segen für die Region | MP4

Gampern, 6.8.2019: Unterwegs in eine neue Ära der Kirch | MP4

Dechantskirchen, 29.6.2018: Landpfarre ohne Pfarrer | MP4

Lambach, 23.6.2018: 70 Jahre KMB Oberösterreich - Zukunft der Kirche, Zukunft der Männer

MP4a (Ton) | PDF einer Powerpoint | Thesenblatt

Vaduz, 17.6.2018: Unterwegs in eine neue Ära der Kirche | MP4

Laab, 24.5.2018: Als Christ menschlich handeln MP4 | PDF

emerit. Univ Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehner, Kramer-Glöckner-Straße 36, 1130 Wien, Österreich
http://zulehner.org/