Sunday 21. July 2019

Pastorales Forum
wissenschaftliche Erforschung der religiös-kirchlichen Lage in den ehedem kommunistischen Staaten Ost- und Mitteleuropas.
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Euthanasie ist die einfallslosere Variante - Kommentar zur Market-Umfrage Euthanasie in Österreich

Die Arbeitsstelle für kirchliche Sozialforschung Wien hat beim Market-Institut in Linz eine Umfrage zu den Hintergründen des Euthanasiewunsches in der österreichischen Bevölkerung in Auftrag gegeben.
Dabei bestätigte sich zuerst, dass 16% grundsätzlich dafür sind, "das Leben von Menschen in der letzten Lebensphase zu beenden (z.B. durch eine Spritze, sprich aktive Sterbehilfe)". 52% sind unter Umständen dafür, 13% dagegen, 14% grundsätzlich dagegen. Von 4% fehlt die Meinung. Unter Umständen Das Interesse der Umfrage galt nicht der allgemeinen Meinungslage, sondern den Umständen. Gefragt wurde nicht allgemein, sondern auf die befragte Person selbst bezogen: "Ich bin einverstanden, dass andere mein Leben straffrei beenden, wenn....". An der Spitze steht mit 57%, "wenn auch eine fortschrittliche Medizin nicht mehr in der Lage ist, meine Schmerzen zu beseitigen". Der zweite Umstand: "wenn ich Angehörigen zur Last fallen würde" (26%). Sodann folgt "wenn mein Sterben zu teuer kommt" (13%). Und schließlich "wenn es in einer Gesellschaft, die nur das Gesunde schätzt, keine Akzeptanz für Pflegebedürftige und Sterbende gibt" (10%). Ansichten der grundsätzlichen Befürworter Die Zahlen sehen aber bei den grundsätzlichen Befürwortern aktiver Euthanasie ganz anders aus: wegen der Schmerzen 92%, falle anderen zur Last 64%, mein Sterben kommt zu teuer 39%, keine Akzeptanz für Pflegebedürftige und Sterbende 30%. Dagegen sind die Werte der grundsätzlichen Gegner verschwindend klein: Schmerzen 4%, Last für Angehörige 1%, zu teuer 4%, keine Akzeptanz 2%. Mögliche Konsequenzen Auf solche Meinungslagen lässt sich auf zwei Weisen reagieren. Die konservativ-destruktive Antwort: Wenn es Schmerzen gibt, dann werden die Schmerzen durch Töten beseitigt. Wenn es eine Belastung für Angehörige gibt, wird diese durch Töten beseitigt. Wenn das Sterben zu teuer kommt, wird das Budget durch Töten saniert. Es gibt aber auch eine progressiv-kreativee Antwort: Wenn Schmerzen die Ursache für die Euthanasie sind, dann gilt es, durch ähnlich hohen Einsatz wie bei der sündteuren Genforschung Anstrengungen der high-tech-Medizin, die Restschmerzen zu beseitigen; dabei sind auch Therapeuten und Seelsorger zu beteiligen. Denn der innere Schmerz ist oft größer als der körperliche. Wenn es der Umstand Last für die Angehörigen ist, dann ist eine Sozialpolitik zu entwickeln, welche die Angehörigen entlastet: Karenzierung, ambulante Hospizarbeit, Erneuerung der Pflegestationen wären geeignete Maßnahmen. Wenn das Sterben zu teuer ist, dann heißt die progressive Variante zeitweilige Umschichtung des Militäretats in den Sozialetats. Sterben mit Würde und Charakter zählt mehr als der Ankauf todbringender Verteidigungssysteme. Wie gesagt: Zahlen lassen sich verwenden, um eine einfallslose Politik im trügerischen Namen von Freiheit und Autonomie zu rechtfertigen. Sie lassen sich aber auch heranziehen, um eine Politik der Menschlichkeit zu beginnen. Paul M. Zulehner
» Zeitworte

Für Hans.

Am 8. September  2011 verstarb 77jährig mein Bruder Hans (Johannes Zulehner). Er verbrachte sein Leben mit einer starken Behinderung. Hier die Predigt bei der Bestattung am 24.9.2011 in St. Thomas.

» Vorträge

Kremsmünster - Ök. Sommerakademie, 10.7.2019: Kirche als Oasen diffundierenden Vertrauens in Kulturen der Angst [Ton] [Text]

Rosenheim, 4.7.2019: Neue Schläuche für jungen Wein. Wie unsere Pfarrei zukunftsfähig wird. MP4

Maria Alm, 15.6.2019: Hochzeit Angelina und Hannes - Predigt MP3 | PDF

Rom, 28.2.2019: ProPopeFrancis - Bilder und Ton von der Übergabe der Unterschriften | MP4

Wien, 22.6.2016: Gläubig altern - altert der Glaube? MP4

emerit. Univ Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehner, Kramer-Glöckner-Straße 36, 1130 Wien, Österreich
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